In der Natur sind Rutenhirsen von Südkanada bis nach Mexiko verbreitet und an den unterschiedlichsten Standorten zu finden. Insbesondere die Qualität der Echten Rutenhirse (Panicum virgatum) macht sie für den Garten geeignet. Die Pflanzen entwickeln sie sich im Frühjahr noch langsam und blühen erst im Juli/August, sehen dafür dann aber gegen Ende der Gartensaison umso prächtiger aus.
Bei den verschiedenen Sorten die sind mal straff aufrecht wachsenden, mal sanft übergeneigten Halme grün, graublau oder glänzen schon ab dem Frühsommer mit attraktiven roten Spitzen. Ergänzend schweben die zarten Blüten wie zarte Schleier über und zwischen den scharf umrissenen Konturen der Blatthorste. Im Herbst schließlich warten zahlreiche Sorten mit einer herrlichen Herbstfärbung zwischen leuchtendem Gelb und glühendem Rot auf.
Alle Gartensorten von Panicum virgatum gedeihen auf allen mäßig trockenen bis frischen Böden. Eine der ersten hierzulande erhältlichen Sorten war Panicum virgatum ‘Strictum’ – eine aufrecht wachsende, sehr standfeste Staude mit rotbraunen Blütenständen, deren Halme sich im Herbst leuchtend gelb verfärben. Die Auslese stammt von dem berühmten Staudenzüchter Karl Foerster. Für sehr leichte, sandige Böden und an Straßenrändern, wo viele Pflanzen unter Streusalzeinträgen leiden, eignet sich die Bittere Rutenhirse (Panicum amarum) ‘Dewey Blue’ besonders gut.
Panicum passt nicht nur in Präriepflanzungen zu Purpur-Sonnenhut (Echinacea), Prachtscharte (Liatris) und Indigo-Lupine (Baptisia), sondern auch in klassische Staudenrabatten, zum Beispiel zu Stauden-Pfingstrosen, Astern oder Herbst-Chrysanthemen. Im zeitigen Frühjahr sollte man den attraktiven Gräsern jährlich einen bodennahen Rückschnitt gönnen. Nicht früher, sonst beraubt man sich der reizvollen Winteraspekte!
GMH
Die Halme von ’Rotstrahlbusch‘ verfärben sich bereits im Juni, von den Spitzen beginnend. Der Dauerbrenner unter den Rutenhirsen ist auch noch unter dem Namen ’Hänse Herms‘ erhältlich. (Bild: GMH/Bernd Hertle)